• Jerry-Morel Takou Nguelo

Zeki Amdouni – Super-League-Shootingstar mit Nati-Potential

Aktualisiert: 21. Apr.

Er schiesst zurzeit Tore am Laufmeter: Zeki Amdouni (21) ist in diesem Frühling zur heissesten Aktie der Super League aufgestiegen – und dürfte nun vor einer vielversprechenden Karriere stehen.


Die Fussballwelt wurde in den letzten Jahren von einem regelrechten Jugendwahn erfasst. Alle Länder fahnden in ihren Jugendabteilungen nach dem neuen Mbappé oder dem Haaland 2.0. Das ist verständlich, denn je früher man Toptalente entdeckt, desto besser können sie gefördert werden – und desto eher wird das Bedürfnis gestillt, einen internationalen Topstar hervorzubringen. Zeki Amdouni aber ist keines dieser "gezüchteten, aufpolierten Laborprodukte" eines Nachwuchsleistungszentrums. Er ging einen ganz anderen Weg – was ihn von der grauen Masse stark abhebt. Der Angreifer kämpfte sich auf eigene Faust nach oben: 2019 spielte er noch in der 1. Liga, heute lehrt er den Super-League-Verteidigern das Fürchten. Ironischerweise könnte nun ein Spieler, der nie in den Genuss einer fundierten Förderung kam, zur grossen Schweizer Offensivhoffnung für die Zukunft werden.



Aus Meyrin in die Super League


Geboren wurde Amdouni in Genf, bis im Alter von 13 Jahren gehörte er der Jugend von Servette an. Nachdem er sich verletzt hatte, teilte ihm der Verein mit, dass man nicht länger auf ihn setzen wolle. Der Traum vom Profifussball schien für Amdouni damit geplatzt. Zwei Jahre lang spielte er im Nachwuchs von Meyrin, ehe er zu Etoile Carouge wechselte. Dann ging es aber plötzlich sehr schnell: Beim Genfer Quartierverein schaffte er den Sprung in die 1. Mannschaft und schoss Carouge in der Saison 2018/19 mit 14 Toren zum Aufstieg in die drittklassige Promotion League.


Stade Lausanne-Ouchy, das im Sommer 2019 den Aufstieg in die Challenge League geschafft hatte, griff zu und stattete Amdouni mit seinem allerersten Profivertrag aus. Dem damals 18-Jährigen fiel die Umstellung von Breitensport auf Profifussball erstaunlich leicht, schon in seiner ersten Spielzeit als Profi erzielte er 4 Tore. Meist auf der Aussenbahn oder auf der Zehn eingesetzt, stieg Amdouni in seinem zweiten Jahr bei SLO dann zum unbestrittenen Schlüsselspieler in der Offensive auf. Mit 15 Scorerpunkten (11 Tore & 4 Assists) hatte er entscheidenden Anteil an der starken Spielzeit der Waadtländer, die die Saison 2020/21 hinter GC und Thun auf dem 3. Schlussrang beendeten.


Ein Hauch von Benzema


Für Amdouni ging es im letzten Sommer erneut eine Stufe nach oben: Lausanne-Sport gewann das Rennen und stattete ihn mit einem Vertrag bis 2026 aus. In einer insgesamt desaströsen Saison ist es der junge Offensivspieler, der die Lausanner Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben hält. Seit der Amtsübernahme von Alain Casanova hat Amdouni nochmals einen deutlichen Entwicklungsschritt genommen und gehört mittlerweile zu den gefährlichsten Stürmern der Liga. In diesen Wochen lässt er mit einer irren Torquote aufhorchen: In den letzten 5 Liga-Spielen gelangen ihm unglaubliche 8 Treffer, darunter nicht nur ein Hattrick im Derby gegen Servette, sondern auch ein Doppelpack gegen Lugano. Insgesamt kommt Amdouni in dieser Spielzeit auf 12 Tore in der Super League und 3 weitere im Cup – überragende Werte für seine erste Saison in der Schweizer Elite.



Nicht weniger torgefährlich präsentiert er sich in der Schweizer U21-Nationalmannschaft: Mit 6 Treffern in 7 Einsätzen steht er an der Spitze der internen Torschützenliste. Längst ist er im Team von Mauro Lustrinelli zu einer fixen Grösse geworden und versteht sich auf dem Platz blendend mit Spielern wie Dan Ndoye, Kastriot Imeri oder Felix Mambimbi.


Die Scorerstatistik lügt nicht: Amdouni ist etwas Besonderes. "Er erinnert mich ein wenig an Benzema", meint Jérémy Manière, ehemaliger Fussballer und heutiger Leiter der Geschäftsstelle der Ersten Liga beim SFV, gegenüber watson. So verkehrt ist der Vergleich nicht. Sie teilen nicht nur die Bandage an der Hand, die der französische Superstar in den letzten Jahren zu seinem Markenzeichen gemacht hat und die von Amdouni ebenfalls getragen wird. Vielmehr verfügen sie auch als Spieler über ähnliche Stärken: Amdouni ist genau wie Benzema beidfüssig, erzielt seine (oft sehr schönen) Tore mal mit links, mal mit rechts. Auch mit dem Kopf ist er dank herausragender Technik sehr gefährlich, und das trotz einer Körpergrösse von "nur" 1,85m. Hinzukommt viel technisches Gefühl und eine sehr feine Klinge, die nicht nur beim Abschluss, sondern auch im Dribbling hervorsticht.


Amdouni ist aber nicht nur unheimlich abschlussstark und effizient, sondern bringt auch eine gewisse Dynamik mit. Er ist stark im Eins-gegen-Eins, wendig und abgezockt. Seine Dribbelstärke wird auch statistisch untermauert: Mit einer Erfolgsquote von 59% gehört der Lausanne-Shootingstar zu den Top 10 der besten U21-Dribbler in den Top-15-Ligen Europas. Damit bewegt sich Amdouni auf einem ähnlichen Level wie Stars der Hausnummer Vinicius Jr, Alphonso Davies oder Florian Wirtz – verrückt! Neben seinem fussballerischen Flair gibt es eine weitere Komponente, die für seine grosse Qualität spricht: Sein Instinkt in der Box und seine cleveren Laufwege. Amdouni vereint ein gutes Näschen mit Spielintelligenz – eine vielversprechende Kombination.


Schon bald A-Nationalspieler?


Amdouni stehen nun wichtige Entscheide bevor. Nicht nur, was die Wahl seines zukünftigen Arbeitgebers betrifft – denn dass er nach dieser tollen Saison in Lausanne bleibt, scheint fast ausgeschlossen – sondern auch die Wahl des Nationalteams. Als Sohn eines Tunesiers und einer Türkin, der in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist, ist Amdouni für drei Länder spielberechtigt. Bevor er von Lustrinelli in die Schweizer U21-Nati einberufen wurde, absolvierte er im Frühling 2021 ein Trainingscamp und einen Teileinsatz mit der türkischen U21-Auswahl. Gegenüber Blick liess er jüngst verlauten, dass er damals nicht geglaubt hatte, gut genug für die Schweizer Nati zu sein.


Weil er sich beim türkischen Verband aber nicht wohlgefühlt hatte und kurz darauf eine Einladung von Lustrinelli erhielt, entschied er sich zum Wechsel zurück zum SFV. "Mit der türkischen U21 hat es nicht so gut geklappt. Ich kannte niemanden, ich war nicht unbedingt in die Gruppe integriert, und irgendwie passte es nicht so richtig. (...) Als sich mir schliesslich wenig später die Gelegenheit bot, der Schweizer U21-Auswahl in einem besseren Arbeitsumfeld beizutreten, habe ich nicht gezögert", äusserte sich Amdouni in einem Interview mit uns im letzten Herbst (Link zum Interview: https://www.bolzplazz.com/post/bin-stolz-darauf-schweizer-zu-sein-interview-mit-zeki-amdouni).



Mit seinen starken Leistungen in dieser Saison hat er nun den türkischen Verband erneut auf den Plan gerufen. Im Heimspiel gegen Lugano (4:1) waren Scouts von A-Nationaltrainer Stefan Kuntz zugegen. Auch Tunesien wirbt intensiv um ihn und soll ihm bereits ein Ticket für die WM in Qatar in Aussicht gestellt haben. Und die Schweiz? Droht sie eines ihrer grössten Offensivtalente zu verlieren? Stand jetzt ist das doch eher unwahrscheinlich, denn die Nati geniesst für Amdouni Priorität, wie er jüngst im Blick bestätigte. Das Werben der anderen Verbände könnte den SFV aber dazu bewegen, den vielseitigen Stürmer für die Nations League in die A-Nati zu berufen. Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami hat jedenfalls bereits klargemacht, dass Murat Yakin Amdouni auf dem Schirm habe. So oder so dürfte der Lausanne-Youngster also bald zum A-Nationalspieler aufsteigen...






Version française

Zeki Amdouni – La grande révélation de la Super League de ce printemps

Arrivé cet été au Lausanne-Sport en provenance du club voisin de la ville le Stade Lausanne-Ouchy, Le jeune attaquant Zeki Amdouni (21 ans) réalise une saison tonitruante dans l'élite du football Suisse.


On le sait, la progression d’un joueur est rarement une courbe linéaire et ascendante.

Chaque étape et épreuve qu’un footballeur rencontre dans sa vie d'athlète aura une influence positive ou négative sur la suite (ou non) de sa carrière, et cela est encore plus véridique lorsqu'on aborde le sujet de la formation d’un jeune joueur. Nous avons tous connu des joueurs que l’on surnommait des “cracks”, mais qui ultérieurement ne sont jamais parvenu à répondre aux attendes et espérance qui avaient été placé en eux. Dans une société qui pousse il y a une surconsommation de football des jeunes, tout le monde est à la recherche du nouveau ”Kylian Mbappé”.


De Meyrin à la Super League


Mais aux antipodes de tout ça se trouve le parcours de Zeki Amdouni. Pas retenu pour cause de blessure à l’académie du Servette FC à ses 13 ans, il défendra les couleurs du Meyrin FC pendant 2 ans avant de rejoindre l’étoile carouge là où il fera toutes ses classes jusqu’en équipe première. Le natif de Genève signera finalement à l’été 2019 son premier contrat professionnel d’une durée de 3 ans pour le Stade Lausanne-Ouchy à seulement 18 ans. Zeki n’était pas ce qu’on appelle un “prodige”, cependant très jeune déjà il s’est doté d’une grande force de charactère.


Pas tous les garçons de 13 ans auraient pu avoir les ressources nécessaires de surmonter une grave blessure et de digérer le fait de ne pas avoir continuer avec le centre de formation phare du canton. Rarement considéré comme un titulaire indiscutable au départ avec les multiples équipes de jeune dans lesquelles il a évolué, Amdouni s’est toujours dépasser pour terminer en pièce essentiel d’un rouage collectif.


Rien qu'il ne puisse faire

Capable d’occuper tout le front de l’attaque ainsi que le rôle de numéro 10, le joueur de 21 ans est un attaquant versatile capable de s’adapter à de nombreux contexte.

Cependant, pour obtenir la meilleure version d’Amdouni un positionnement en tant qu’avant-centre ou en numéro 10 est nécessaire car elle permet de tirer profit une de ses qualités principales qui est sa grande compréhension du jeu et ses déplacements entre les lignes.


Sa bonne interprétation de différentes phases de jeu l’aide à savoir lorsque son équipe a besoin qu’il décroche pour aider à la construction et quand il peut prendre la profondeur ou la largeur pour créer de l’espace pour lui ou ses coéquipiers. Habile techniquement, il est capable de contrôler des ballons difficiles avec très souvent le choix de surface de pied qui convient le mieux.


N’étant pas dans le superflue, sa conduite de balle incisives fait de lui un joueur très dur suivre. Pour preuve en ait qu’il est le 7ième meilleure joueur U21 en dribble réussi évoluant dans un championnat du top1 5 européen avec 59 dribbles réussi. Ce qui rend encore plus spécial l’ancien joueur du SLO est son instinct devant le but. Confortable pour jouer des deux pieds bien qu’il soit droitier de naissance, et possédant un jeu de tête remarquable, Amdouni est un buteur complet capable de marquer de n’importe où sur le terrain.


Ses goals pour sa première en Super League résume bien ses aptitudes de finition, sur ses 12 buts, 6 sont marqués du pied droit (dont 2 sur penalty), 3 sont du pied gauche et 3 sont de la tête. Sa vitesse d’exécution au moment de la frappe rend les interventions de défenseurs compliquées car il ne laisse que peu d’indication à ses adversaires. Cependant, sa marge de progression se trouve sur sa créativité. Un joueur doté d’autant de facilités techniques et de compréhension devrait selon moi pouvoir être dans la capacité de créer plus de décalage par la passe.


Bientôt international A ?

Venant d’une famille tunisienne et turcs mais aillant grandi en suisse, Zeki est éligible pour représenter 3 pays différent. Il y a un peu plus d’un an, On le sait que Zeki Amdouni avait disputer un match amical avec l’équipe de Turquie M21. Quelques mois après sa convocation, il nous avait confié sur Bolzplazz (Lien: https://www.bolzplazz.com/post/bin-stolz-darauf-schweizer-zu-sein-interview-mit-zeki-amdouni) que cette première convocation ne s'était pas idéalement déroulée car l’intégration avait été compliqué. Un an après, il se murmure que la sélection Turque A cette fois-ci tenterait d'enrôlés le buteur Lausannois.



Cependant, des paramètres ont changé dans la carrière d’Amdouni étant donné qu’entre temps il devenu un joueur cadre de l'équipe espoir Suisse et est aussi attentif au fait de pouvoir représenter le pays qui l’a vue grandir. En plus de la Turquie, selon la chaîne sportive turque Vole, la Tunisie lui aurait aussi fait des approches en lui faisant miroiter une possible place pour la Coupe du Monde 2022 au Qatar. Quoi qu'il en soit, La carrière du numéro 9 du LS est à un tourant. Avec ses prestations de haute qualité, il s’est offert un dilemme de choix que seul lui aura la réponse.