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Vincent Sierro: Endlich Schlüsselspieler für YB?

Obwohl sein Verein in einem sportlichen Tief steckt, erlebt Vincent Sierro (26) in dieser Saison seine persönlich beste Phase als Spieler der Young Boys. Der Mittelfeldstratege hat sich unter David Wagner gut entwickelt und den nächsten Schritt genommen. Kann er in Bern vielleicht eines Tages gar seinen Traum von der Nati verwirklichen?


Es war der 3. Mai 2015, als der 19-jährige Vincent Sierro im Spiel gegen den FC St. Gallen seine ersten Schritte in der Super League für seinen Heimatverein FC Sion machte. Der französische Coach Didier Tholot verhalf ihm zum Debüt. Für den langbeinigen Mittelfeldspieler mit blitzsauberer Technik markierte dieser Moment der Anfangspunkt einer guten Karriere, die ihn in den nächsten Jahren noch deutlich weiter bringen könnte.


Im Winter 2016 spielte sich Sierro fest und wurde immer wichtiger für das System der Sittener. Er eroberte einen Stammplatz, den er nicht mehr verlassen sollte, und der ihn bis in die Schweizer U20- und U21-Nationalmannschaft führte. Im Trikot des FC Sion bestritt Sierro insgesamt 38 Spiele, die Mehrheit davon unter dem Deutschen Übungsleiter Peter Zeidler. Obwohl das Toreschiessen nicht zu seinen Kernkompetenzen gehört, registrierte er während seiner Zeit in der 1. Mannschaft seines Ausbildungsvereins respektable 7 Scorerpunkte (4 Tore und 3 Vorlagen). Sierro fiel aber nicht nur mit einer tollen Schusstechnik auf, sondern konnte auch mit seiner Übersicht und seinem läuferischen Einsatz überzeugen. So entwickelte sich der Walliser in kurzer Zeit zu einem äussert kompletten, technisch begnadeten zentralen Mittelfeldspieler, der auch im Ausland auf sich aufmerksam machen konnte.


Via Freiburg und St.Gallen nach Bern

So entschloss sich Sierro im Januar 2017 seine Heimat zu verlassen, um den Traum einer grossen Laufbahn in Deutschland voranzutreiben. Der SC Freiburg legte rund 1,5 Millionen Euro auf den Tisch, um den Edeltechniker in die Bundesliga zu lotsen. In rasantem Tempo ging der Aufstieg des jungen Sitteners weiter, dank dem Wechsel in eine grosse Liga näherte er sich nämlich auch seinem Traum von der A-Nati. Nun, bald fünf Jahre nach Sierros Transfer ins Breisgau, wartet er aber nach wie vor auf dessen Erfüllung. Beim SC Freiburg hatte er zu kämpfen, zahlreiche kleinere Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück. In eineinhalb Jahren beim SCF kam er auf gerademal fünf Einsätze, nur ein einziger davon über 90 Minuten.


Es erstaunte daher nicht, dass Sierro im Sommer 2018 eine neue Herausforderung suchte. Fündig wurde er in St.Gallen. Die Ostschweizer leihten ihn für ein Jahr aus – und hatten gute Argumente. Bei den Espen traf er nämlich auf seinen alten Förderer Peter Zeidler, der ganz genau wusste, wie er Sierro einzusetzen hatte. Unter dem ex-Sion-Trainer blühte er richtiggehend auf und nahm eine zentrale Rolle ein. Er brillierte mit seiner gewohnten technischen Klasse und seiner Spielübersicht, konnte sein Repertoire aber um ein entscheidendes Element erweitern: Die Torgefahr. Sierro glänzte als offensiv ausgerichteter, kreativer Spielmacher, der nicht nur schlaue Pässe spielte, sondern selber den Torabschluss suchte. 13 Treffer und 6 Assists erzielte er während seinem Leihjahr in St.Gallen – eine fantastische Quote.


"Der schlimmste Feind eines jeden Spitzensportlers ist die Verletzung", sagt Vincent Sierro im Nouvelliste.

Nach der erfolgreichen Saison in St.Gallen war Sierro im Sommer 2019 für eine neue Herausforderung bereit. Die herausragenden Leistungen in der Super League waren ein perfektes Bewerbungsschreiben. Die Young Boys setzten sich im Rennen durch und nahmen rund 1,5 Millionen in die Hände, um den Mittelfeldregisseur zu verpflichten. Nach zwei verhaltenen Spielzeiten beim Schweizer Meister, in denen Sierro auch aufgrund mühseliger Verletzungen nie über den Status des Ergänzungsspielers hinauskam, scheint er in dieser Spielzeit endlich richtig angekommen zu sein.



Endlich Schlüsselspieler bei YB?


David Wagner zeigte sich sogleich von den spielerischen Qualitäten Sierros begeistert und schenkte ihm von Anfang an das Vertrauen. Bei Gerardo Seoane sah das anders aus. Unter ihm hatte der Schweizer Meister mit der 4-4-2-Formation ein System perfektioniert, das im Zentrum nur Platz für zwei Spieler lässt. Diese hiessen meist Michel Aebischer und Sandro Lauper, in der langen verletzungsbedingten Abwesenheit des Letztgenannten spielten sich zusärtlich Akteure wie der Youngster Fabian Rieder oder der Puncher Christopher Martins Pereira in den Vordergrund. Für Sierro blieb daher lange nur eine Nebenrolle.


Seit der Deutsch-Amerikaner Wagner an der Seitenlinie steht, hat sich das Blatt gewendet. Dem 26-jährigen Walliser wird nun deutlich öfter das Vertrauen geschenkt – er profitiert aber auch davon, dass er nun endlich über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei geblieben ist. Trotz sportlicher Talfahrt seines Vereins in der Liga, konnte Sierro selber in diesem Herbst zumeist überzeugen. Zwei Treffer auf dem Weg in die Champions League Gruppenphase und ein Tor im Duell gegen Atalanta unterstreichen, dass seine Wichtigkeit im Berner Ensemble zugenommen hat. Mühelos passte er sich an das hohe Level der Königsklasse an und hinterliess einen tollen Eindruck auf der grösstmöglichen Bühne des europäischen Klubfussballs.




Im Mittelfeld haben die Berner zwar nach wie vor ein Überangebot an starken Spielern zu Verfügung, Sierro hat aber endlich bewiesen, trotz harter Konkurrenz eine tragende Rolle einnehmen zu können. Der begnadete Techniker scheint – ähnlich übrigens wie YB-Linksverteidiger Ulisses Garcia – vom Trainerwechsel profitiert und nun erfolgreich den nächsten Schritt vollzogen zu haben. Während für Spieler wie Michel Aebischer oder Sandro Lauper schon bald ein Wechsel in ene grosse Liga zum Thema werden könnte, haben die Young Boys in der Person ihres Walliser Ballvirtuosen bereits einen in-House-Ersatz im Kader.


Wo führt Sierros Weg in naher Zukunft hin? Neben einer Schlüsselrolle im YB-Kollektiv, schielt dieser vor allem auf sein lang ersehntes erstes Nati-Aufgebot. Murat Yakin hat im zentralen Mittelfeld die Qual der Wahl, solange Sierro "nur" in der Super League spielt, sind seine Chancen daher gering. Dennoch spricht nichts dagegen, dass er eines Tages sein grosses Ziel Nationalmannschaft doch noch erreichen könnte – immerhin hat er in den vergangenen Jahren bewiesen, an Widerständen zu wachsen und seine Ziele mit aller Hartnäckigkeit zu verfolgen. Und dass er die technische Klasse mitbringt, steht sowieso ausser Frage...






Version française

L’infernal attente de l’appel de la Nati

Discret mais ô combien précieux et efficace avec les Young Boys, Vincent Sierro est toujours dans l’attente de sa première sélection en équipe de Suisse. À 26 ans, le milieu de terrain valaisan suit une trajectoire linéaire et presque parfaite. Zoom sur un homme calme qui répond toujours sur le terrain.


C’est un 3 mai 2015 contre le FC Saint-Gall que Vincent Sierro, alors âgé de 19 ans, effectue ses premiers pas en Super League sous le maillot de son club formateur le FC Sion. Lancé par le français Didier Tholot, il s’agit d’un moment particulier pour ce milieu de terrain longiligne à la technique affûté car il marque le début d’une trajectoire fulgurante au sein du club valaisan.


2016 l’année de l’explosion

Après quelques coups d’essais en fin d’année 2015, Sierro devient très vite indispensable au dispositif du FC Sion en février 2016. Il obtient alors une place de titulaire qu’il ne quitte plus et qui l’emmène jusqu’en équipe de Suisse U20 et U21. Sous le maillot de FC Sion et principalement sous Peter Zeidler, Sierro joue 38 matchs pour 4 buts et 3 passes décisives. Des réussites qui mettent en lumière le milieu de terrain valaisan par sa qualité de frappe.


C’est en toute fin de mercato, le 31 janvier 2017, que Sierro décide de tenter l’aventure européenne. Direction la Bundesliga et le SC Freiburg pour un joueur qui espère franchir l’étape qui l’amènera en équipe de Suisse. Malmené par différentes blessures, le Valaisan n’arrive pas à s’imposer en Allemagne. Après une année et demie, il choisit de rentrer en Suisse et de retrouver un entraîneur qu’il connait bien, Peter Zeidler, à Saint-Gall.


« Le pire ennemi d’un sportif de haut niveau, c’est la blessure » déclare Vincent Sierro au Nouvelliste

Bien lui en pris, car c’est à Saint-Gall qu’on se rappellera à quel point Vincent Sierro est un joueur talentueux. En une saison, le natif de Sion régale le public du Kybunpark et de la Super League. Toutes compétitions confondues, Sierro dispute 39 matchs avec les Brodeurs pour 13 buts et 6 assists. Oui, le Valaisan est prêt pour un club résolument ambitieux !


Le choix Young Boys pour se rapprocher de la Nati


Alors que le FC Saint-Gall fait des pieds et des mains pour lever l’option d’achat de son milieu de terrain, c’est Young Boys et son directeur sportif Christoph Spycher qui décrochent le gros lot. Vincent Sierro s’engage avec le club bernois pour franchir un palier et atteindre le Graal tant espéré, l’équipe de Suisse. Avec YB, le Valaisan a déjà remporté deux titres de champion de Suisse, dont un sur sa pelouse de Tourbillon, et une coupe de Suisse. Un très bon bilan pour un joueur qui s’est installé dans la rotation de l’effectif.



Cette saison, il s’est montré à son avantage durant les qualifications de la Ligue des Champions en marquant deux fois et en offrant un assist. Des prestations qui lui permette de gagner une certaine médiatisation pour un joueur qui brille dans le rôle de travailleur de l’ombre sur le terrain. Pour l’heure, les performances de Sierro ne lui ont toujours pas ouvert les portes de la Nati, mais à 26 ans il sait que rien n’est perdu. Si l’ancien joueur du FC Sion est épargné par les blessures, sa progression peut encore prendre un peu plus d’ampleur. Disposant d’un contrat jusqu’en 2023, Sierro a tout intérêt à s’établir dans un club comme Young Boys en y jouant un rôle prépondérant.


La concurrence à mi-terrain en équipe de Suisse l’oblige à surperformer pour espérer faire partie du cadre de la sélection de Murat Yakin. Si près mais si loin, Vincent Sierro a prouvé par le passé qu’il ne lâchera rien pour arriver à ses fins.




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