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Swiss Talent Watch: Yvan Alounga – FCL-Rakete vor dem Takeoff

In der Serie "Swiss Talent Watch" stellt Bolzplazz jeweils ein Schweizer Talent vor. Der zwölfte Beitrag ist Yvan Alounga gewidmet.


Rund eine halbe Million Franken legte der FC Luzern im letzten Herbst auf den Tisch, um Sturmtalent Yvan Alounga (19) vom FC Aarau in die Super League zu lotsen. Mit 10 Scorerpunkten (5 Tore, 5 Vorlagen) in 30 Spielen hinterliess er in seiner Debütsaison 2019/20 bleibenden Eindruck. Es waren aber viel weniger Aloungas Scorerwerte, als sein rohes Potential, das den FCL dazu veranlasste, trotz Corona in die Taschen zu greifen.


Alounga ist ein Fussballer der begehrten Marke "Strassenkicker". Er kam im Alter von 8 Jahren aus Kamerun in die Schweiz. Dank dem Fussball fand er sich in seiner neuen Heimat schnell zurecht.


"Bereits in Kamerun habe ich jeden Tag auf der Strasse Fussball gespielt. Durch diesen Sport habe ich dann in der Schweiz auch schnell Freunde gefunden, obwohl ich erst nur französisch sprach."

via zentralplus.ch


Aloungas Talent fiel auf den Bolzplätzen in Olten schnell auf, und so wurde er früh in den Nachwuchs des FC Aarau eingegliedert. Via Team Aargau feierte er dann mit 17 Jahren sein Profi-Debüt in der Challenge League. In seinem zweiten Einsatz erzielte er bereits sein erstes Tor.


Dass er ein spezieller Spieler ist, ist offensichtlich. Alounga ist 1,84m gross und physich bereits extrem weit. Unglaublich robust und durchsetzungsstark, weiss er seinen Körper in der Offensive bereits sehr gut einzusetzen. Diese Power und Kraft in Kombination mit überragender Athletik, Agilität und Geschwindigkeit, verleihen dem jungen Angreifer eine einzigartige Dynamik.


Diese Dynamik erlaubt es Alounga, zu spektakulären Dribblings anzusetzen. Vom Ball ist er dabei kaum mehr zu trennen und im Vollsprint quasi nicht mehr abzufangen. Kommt Alounga in Fahrt, ist er nur schwer zu verteidigen. Hie und da agiert er seinem Alter entsprechend aber noch zu ungestüm oder trifft überhastete Entscheidungen.


Der ungeschliffene Rohdiamant besitzt herausragende, rohe Anlagen und wird sich unter den richtigen Bedingungen zu einer echten Waffe entwickeln. Aloungas Gesamtpaket ist äusserst vielversprechend und aufregend. In vielen Punkten weist er zudem Parallelen zu Breel Embolo auf, der nicht nur eine ähnliche Geschichte hat, sondern auch einen vergleichbaren Spielstil.


via fcl.ch

Beim FC Luzern wird der Youngster langsam an das Niveau der Super League herangeführt. Alounga darf nicht verheizt werden, sollte aber bereits so viel Erfahrung wie möglich sammeln. Der Spagat ist in seiner ersten FCL-Saison durchaus geglückt: 24 Einsätze (4x Startelf) hat er Stand jetzt für die Innerschweizer absolviert, 6 Scorerpunkte (1 Tor, 5 Assists) stehen dabei zu Buche.


Meist wird Alounga als Joker in der Schlussphase eingewechselt, wo er mit seinem Tempo und seiner Wucht für neuen Schwung sorgt und in der gegnerischen Abwehr Unruhe stiftet. Ein grosses Plus ist seine Polyvalenz: Alounga kann sowohl als Mittelstürmer, als auch als Flügelspieler auflaufen. Während auf den Seiten seine Schnelligkeit und Dribbelkünste toll zur Geltung kommen, profitiert er im Sturmzentrum von seiner Physis und Kraft.


Als bestes Beispiel für Aloungas Wert als Joker können seine zwei Auftritte gegen den FC Sion (6. Spieltag) und gegen Servette (33. Spieltag) ausgelegt werden. In beiden Partien wurde der junge Stürmer für die letzten 20 Minuten eingewechselt und trug entscheidend zu den beiden Vollerfolgen bei. Während er er beim 2:0-Sieg gegen den FC Sion neben seinem ersten und bislang einzigen Treffer im FCL-Trikot auch noch ein Eigentor provozierte, steuerte er beim 3:0 gegen Servette gleich 2 Assists bei.




In beiden Spielen wurden die müden Verteidiger von Aloungas Power und Dynamik überfordert, wodurch der Ausnahmekönner zweimal zum späten Sieggaranten wurde. Um in der nächsten Saison aber bereits ein ernsthafter Kandidat auf einen Stammplatz zu werden, muss sich das FCL-Juwel definitiv noch im Abschluss und in der Entscheidungsfindung verbessern.


Aloungas Talent ist auch bereits über die Schweiz hinaus aufgefallen: Im Sommer 2020 wollte ihn die AS Roma verpflichten, er wurde sogar zu einer Besichtigung des Trainingsgeländes eingeladen. Der Schweizer Nachwuchsstürmer entschied sich mit dem Transfer zum FC Luzern aber für einen vergleichbar kleinen und vernünftigen Schritt. Beim FCL erhält Alounga tolle Voraussetzungen, um sein Talent auszuschöpfen und auch in der Super League abzuheben.


"Ich will mich zuerst hier in der Super League durchsetzen, bevor das Ausland ein Thema werden könnte. Der Schritt zum FCL war darum genau der richtige für mich."

via zentralplus.ch


Bald dürfte die Rakete auch zu einem Thema für die Schweizer U21-Nationalmannschaft werden. Zuletzt war Alounga Teil der U-18-Auswahl, sammelte mit seinen regelmässigen und tollen Auftritten für den FCL aber gute Argumente für eine baldige Berufung in Mauro Lustrinellis Erfolgsequipe.


Ohne jeden Zweifel gehört der höfliche und zurückhaltende Youngster zu den grössten Versprechen unseres Landes. Ihm zuzusehen bereitet Freude und schon jetzt ist er ein grosser Gewinn für den FCL.


Übrigens: Yvan Alounga figurierte bereits in unserer Liste der 12 grössten Schweizer U21-Offensivhoffnungen.





Alounga: Der neue FCL-Rohdiamant: https://www.zentralplus.ch/yvan-alounga-der-rohdiamant-des-fc-luzern-2050679/


Alounga hofft bald vor vollen Rängen zu spielen: https://www.bernerzeitung.ch/sein-bubentraum-erfuellt-sich-doch-niemand-jubelt-ihm-zu-886468429200


Hohe Ablöse für Alounga: https://www.luzernerzeitung.ch/sport/fcluzern/zahlt-der-fcl-fuer-sturmjuwel-yvan-alounga-mehr-als-eine-halbe-million-franken-ld.1257411