• Bolzplazz

Swiss Talent Watch: Tresor Samba – Basels neuer Embolo?

In der Serie "Swiss Talent Watch" stellt Bolzplazz jeweils ein Schweizer Talent vor. Der 16. Beitrag ist Tresor Samba gewidmet.



Er sorgt aktuell in der Promotion League für ordentlich Furore: Tresor Samba. Der 19-jährige Angreifer führt nach 6 Spieltagen die Torschützenliste der dritthöchsten Schweizer Liga an – ein kleines Ausrufezeichen. Die Entwicklung, die der in Zürich geborene Youngster in den letzten Wochen und Monaten genommen hat, ist mehr als erstaunlich.


Die Zweitvertretung des FC Basel spielt bereits seit 10 Jahren in der Promotion League. Die eigenen Nachwuchsspieler erhalten dort die Chance, sich unter Herrenfussball-Bedingungen weiterzuentwickeln. Für etliche junge Spieler ist die Basler U21 daher das Eingangstor in die erste Mannschaft. Mit tollen Leistungen in der Promotion League kann man sich für einen Kaderplatz bei den Profis bewerben. Und genau das tut Tresor Samba zur Zeit. Er wandelt damit auf den Spuren wahrer FCB-Grössen der letzten Jahre: Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Breel Embolo, Albian Ajeti oder Eray Cömert fanden allesamt über die Basler U21 in den Profifussball.


Während andere Basler Nachwuchsspieler aktuell deutlich mehr mediale Aufmerksamkeit geniessen und in der jüngeren Vergangenheit bereits bei den Profis vorspielen durften (bspw. Adrian Durrer, Andrin Hunziker, Carmine Chiappetta, Mihailo Stevanovic oder Tician Tushi), scheint Samba noch ein wenig unter dem Radar zu fliegen. Das lässt sich aber relativ leicht damit erklären, dass er aktuell eine wahre Leistungsexplosion erlebt, die so kaum vorauszusehen war.


Momentan ist die U21 des FC Basel auf Rang 6 der Promotion League klassiert – grösstenteils zu verdanken hat man dies Tresor Samba, der dank seinen Toren der alles überragende Einzelspieler seiner Mannschaft ist. Nach 6 Saisoneinsätzen steht er bei exzellenten 8 Toren, darunter ein Hattrick gegen Stade Nyonnais und ein Doppelpack gegen die U21 der BSC Young Boys. Es ist eine Traumquote, die Samba in dieser neuen Saison vorweisen kann. Bis vor kurzem ist damit aber nicht zu rechnen gewesen. In der vergangenen Spielzeit registrierte der physisch starke Stürmer in insgesamt 13 Promotion League-Auftritten 2 Treffer. Bereits jetzt hat Samba seine Ausbeute also bereits vervierfacht – und das bei weniger als der Hälfte der Einsätze, die er in der letzten Saison hatte.


© Edgar Hänggi

Dass er Tore erzielen kann, ist eigentlich kein Geheimnis. Vor drei Jahren schoss Samba die U17 Elite League mit 13 Toren in 11 Partien kurz und klein. Nun hat er sich so stark weiterentwickelt, dass er auch auf weitaus höherem Niveau ähnlich phänomenale Torquoten erzielt. Ein Punkt, der für Sambas grosses Potential spricht. Dieses lässt sich aber nicht nur in seinen Statistiken erkennen. Auch auf dem Feld wird offensichtlich, dass der junge Angreifer mit Jahrgang 2002 etwas besonderes ist. Samba ist physisch robust und demzufolge durchsetzungsstark. In Kombination mit seiner energiegeladenen Spielweise und seinem hohen Tempo, bringt er eine ihm eigene rohe Dynamik auf den Rasen. Entfaltet er diese Dynamik, ist er für die Promotion League-Abwehrreihen nicht mehr aufzuhalten.


Technisch und taktisch sicherlich noch nicht am Ende seiner Entwicklung, lebt Samba auf dem Feld auch von seinem guten Eins gegen Eins und seinem hervorragenden Abschluss. In der Box zeichnet ihn neben der Abschlussqualität auch ein gutes Näschen für die richtigen Positionen aus. Samba fungiert aber nicht nur als Anspielstation, sondern taugt durch die erwähnte Dynamik und Power auch sehr gut als Konterspieler. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Basler Angriffsrakete ein äusserst vielversprechendes Gesamtpaket mitbringt. Sehr gut möglich, dass er noch in dieser Saison sein Debüt für die Profimannschaft geben wird.


In gewisser Weise erinnert Samba entfernt an Breel Embolo. Der FCB hätte nichts dagegen, ihn dereinst einmal für ähnlich viel Geld ins Ausland verkaufen zu können. Zuerst allerdings muss Samba den Durchbruch in der ersten Mannschaft anstreben. Die Verantwortlichen glauben an ihr Juwel. Erst vor wenigen Wochen unterzeichnete er einen neuen Vertrag. Auch die U-Natis dürften bald wieder ein Thema werden. Vor rund einem Jahr war Samba zum letzten Mal bei der U18 mit dabei. Legt er bald einen Durchbruch à la Embolo hin, wird sich nicht nur Mauro Lustrinelli die Hände reiben. Auch die FCB-Fans dürfen sich hoffentlich bald an ihrem neuen Tresor erfreuen.