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Next Generation U21-Nati

Im Sommer wird in der Schweizer U21-Nati ein Umbruch stattfinden. Nur noch eine Handvoll Spieler aus dem EURO-Kader werden im Team bleiben. Wie sieht die "Next Generation U21-Nati aus"? Bolzplazz wagt einen Ausblick.


Die talentierteste U21 seit 10 Jahren

Nach dem glorreichen Startsieg gegen England (1:0), folgte für die Schweizer U21-Nati mit den Niederlagen gegen Kroatien (2:3) und Portugal (0:3) das bittere Aus in der Gruppenphase der U21-Europameisterschaft. Mit dem Ausscheiden geht eine äusserst erfolgreiche Kampagne zu Ende, in der Coach Mauro Lustrinelli die Schweiz mit 9 Siegen aus 10 Qualifikationspartien zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder an eine Endrunde führte.


Seit der letzten EM-Teilnahme der Schweiz 2011, die damals ja bis in den Final geführt hatte, wo man sich dann Spanien geschlagen geben musste, verfügte keine Schweizer U21-Truppe mehr über so viel Talent wie die aktuelle. Spieler wie Kevin Rüegg, Jordan Lotomba, Bastien Toma, Noah Okafor, Dan Ndoye oder Andi Zeqiri könnten über Jahre prägende Gesichter des nationalen Fussballs werden.


Im Septemer 2021 beginnt bereits die Qualifikationsphase für die U21-EURO 2023, die in Rumänien und Georgien ausgetragen werden soll. Mauro Lustrinelli muss sich für diese anstehende Kampagne aber von einem grossen Teil seiner Schützlinge trennen.

via aargauerzeitung.ch

Umbruch muss eingeleitet werden

Laut UEFA-Reglement ist für die Qualifikationsphase und die Endrunde 2023 nur spielberechtigt, wer "am oder nach dem 1. Januar 2000 geboren wurde". Aus dem Kader, das die abgelaufene Kampagne bestritten hat, trifft das nur auf 9 Spieler zu:


· Leonidas Stergiou (2002)

· Simon Sohm (2001)

· Kastriot Imeri (2000)

· Fabian Rieder (2002)

· Alexandre Jankewitz (2001)

· Dan Ndoye (2000)

· Felix Mambimbi (2001)

· Noah Okafor (2000)

· Filip Stojilkovic (2000)


Diese Spieler werden das Gerüst der "Next Generation U21" bilden. Obwohl gerade Leonidas Stergiou (19), Dan Ndoye (20) und Noah Okafor (20) zeitnah eine Rolle in der A-Nati winken könnte, sind sie wohl vorerst weiter als Stützpfeiler der #mission21 eingeplant. Dass sie im Verlaufe der U21-Kampagne aber von Petkovic hochgezogen werden könnten, scheint realistisch.


Schnell fällt auf: Die Offensive präsentiert sich nach wie vor sehr schlagkräftig. Zwar wird der Verlust von Topscorer Andi Zeqiri (21, 9 Tore) sicherlich nicht einfach wegzustecken sein, aber sowohl Dan Ndoye, Noah Okafor als auch Filip Stojilkovic haben bereits nachgewiesen, für die U21 wichtige Tore erzielen zu können.


Auch die Mittelfeldoptionen lesen sich gut: Kastriot Imeri (20) hat an der U21-EURO mit 3 Scorerpunkten geglänzt, ebenfalls überzeugt hat Alexandre Jankewitz (19) mit Zweikampfhärte und Dynamik. Fabian Rieder (19), der im letzten Spiel gegen Portugal sein Debüt für die Schweizer U21 feierte, wird im Zentrum wohl die Rolle des Chefstrategen einnehmen.


Einzig in der Defensive wird Lustrinelli umfassende Änderungen vornehmen müssen. Mit Leonidas Stergiou (19) bleibt ihm nur ein einziger Abwehrspieler. Bislang spielte das St. Galler Toptalent eher eine untergeordnete Rolle, wird nun aber zum Kopf des neuen Schweizer U21-Defensivverbundes aufsteigen.


Welche Schweizer Talente hat Lustrinelli auf dem Zettel, um eine nächste erfolgreiche #mission21 zu bestreiten? Wir werfen im Folgenden einen Blick auf die Kandidaten.


Tor

Zweifellos tut sich die grösste Baustelle für Lustrinelli im Tor auf. Mit Anthony Racioppi (22), Timothy Fayulu (21) und Philipp Köhn (23) verfügte man an der U21-EURO über drei äusserst talentierte und überdies auf Profi-Stufe erprobte Goalies. Wer wird in ihre Fussstapfen treten? Die besten Karten haben dürfte Amir Saipi (20) vom FC Schaffhausen. Er stand auch schon im Schweizer U21-Kader und wurde von Lustrinelli für die EURO auf Abruf nominiert.


Ebenfalls gute Chancen haben dürfte Justin Hammel (20) von Stade-Lausanne-Ouchy. Der gebürtige Basler hat sich bei SLO als Stammkeeper durchgesetzt, nachdem die etatmässige Nummer 1 verletzt ausfiel. Als Nummer 3 im neuen Schweizer U21-Team käme Nils de Mol (19) in Frage, der beim FC Wil unter Vertrag steht, oder Nicholas Ammeter (20) vom FC Aarau.


Abwehr

Wer wird Leonidas Stergious Partner in der Innenverteidigung? Becir Omeragic (19) ist in der A-Nati eingeplant. Eine Chance erhalten wird Marco Burch (20) vom FC Luzern, der durch Zweikampfhärte und Reife gefällt und von Lustrinelli für die EURO bereits auf die Piquet-Liste gesetzt wurde. Ebenfalls im Kader stehen könnte Bryan Okoh (17) von Red Bull Salzburg, der aktuell beim Farmteam Liefering wertvolle Spielpraxis sammelt und zu den grössten Schweizer Verteidigertalenten gehört.


Realistisch scheint auch eine baldige Berufung von FC Basel-Talent Albian Hajdari (17). Etwas mehr Erfahrung auf Profi-Level hat YB-Leihgabe Jan Kronig (20) gesammelt, der zur Zeit seine zweite Saison als Stammspieler in der Challenge League bestreitet.

Bei Benfica Lissabon hat sich mit Adrian Bajrami (19) ein hoch gehandeltes Schweizer Juwel im Nachwuchs durchgesetzt und drängt in den Profikader. Bajrami könnte genauso eine Option für Lustrinelli sein wie Enzo Adeagbo (19), der vielversprechende Leistungen in der U19 von Lazio Rom zeigt.


Komplett neu besetzt werden, müssen die Aussenverteidigerpositionen. Zwei Spieler aus der Super League beorderte Lustrinelli bereits auf die Piquet-Liste: Sandro Theler (20) vom FC Sion und Silvan Wallner (19) vom FC Zürich. Beste Karten hat zudem Noël Wetz (20), Rechtsverteidiger des FC Thun und Leistungsträger in der Challenge League. Zwei äusserst talentierte Kandidaten wären des Weiteren Marc Tsoungui (18) von Lausanne-Sport und Pascal Schüpbach (20), YB-Leihspieler beim FC Winterthur.


Mittelfeld

Wer wird neben Kastriot Imeri, Alexandre Jankewitz, Fabian Rieder und Simon Sohm zum neu formierten Mittelfeld der U21-Nati gehören? Aufgeboten werden dürfte Gabriel Bares (20) von Lausanne-Sport, der ebenfalls schon für die EURO auf die Piquet-Liste gesetzt wurde. Auch Alexis Antunes (20) von Servette, Allrounder im offensiven Mittelfeld, wurde auf Abruf nominiert und kann sogar bereits einen Einsatz für die Schweizer U21 vorweisen.


Dasselbe gilt für Yannick Marchand (21) vom FC Basel. Eine spannende Option wäre auch Bledian Krasniqi (19), FCZ-Zauberfüsschen auf Leihbasis beim FC Wil. Ebenfalls in der Challenge League unterwegs ist Nicky Beloko (21), der der AC Florenz gehört und bei Xamax überzeugt. Stéphane Cueni (20) von Lausanne-Sport ist ebenfalls ein hochspannender Spieler, der zuletzt zu ersten Einsätzen in der Super League kam.


Angriff

Noah Okafor und Dan Ndoye scheinen – solange Petkovic sie noch nicht in "Eins" beordert, gesetzt. Mit Felix Mambimbi und Filip Stojilkovic hat man zudem zwei Spieler für Sturmzentrum bereits im Kader. Im Angriff bieten sich Lustrinelli etliche weitere spannende Optionen:


Gute Karten haben Matteo Di Giusto (20) vom FC Vaduz, Chrisopher Lungoyi (20) vom FC Lugano, Darian Males (19), Inter-Leihgabe beim FCB, und Tician Tushi (20), ein Basler Talent auf Leihstation in Wil. Sie alle setzte Mauro Lustrinelli nämlich vor der EURO auf die Abrufliste.


Ganz genau beobachten wird Lustrinelli FCB-Flügel Julian Vonmoos (20), SC Freiburg-Stürmer Nishan Burkart (21), der jüngst sein Debüt in der Bundesliga gab, und Sturmtank Yannick Toure (20) aus dem Nachwuchs von Newcastle United.


Ein extrem spannendes Talent ist zudem Ruwen Werthmüller (20), der bei Hertha BSC kürzlich einen Profivertrag unterschrieb. Aussenseiterchancen dürfen sich Yvan Alounga (19) vom FC Luzern und die dribbelstarke YB-Leihgabe Samuel Ballet (20) vom FC Winterthur ausrechnen. Aktuell ebenfalls in Winterthur zu bestaunen ist der dynamische Sayfallah Ltaief (20), der genau wie Henri Koide (20) vom FC Zürich oder Lino Lang (20) vom FC Luzern auf dem Radar von U21-Coach Lustrinelli sein sollte.


Next Generation U21-Kader

Wie könnte auf Basis der erwähnten Spieler das 23-Mann-Kader der Schweizer U21-Nati im kommenden September aussehen? Vielleicht in etwa so:


Tor: Amir Saipi, Justin Hammel, Nils de Mol


Abwehr: Leonidas Stergiou, Marco Burch, Bryan Okoh, Jan Kronig, Sandro Theler, Noël Wetz, Silvan Wallner, Pascal Schüpbach


Mittelfeld: Kastriot Imeri, Alexandre Jankewitz, Fabian Rieder, Simon Sohm, Gabriel Bares


Angriff: Noah Okafor, Dan Ndoye, Felix Mambimbi, Filip Stoijlkovic, Christopher Lungoyi, Darian Males, Nishan Burkart


In Lustrinellis präferierter 4-42-Formation könnte sich das etwa so präsentieren:




UEFA-Reglement: https://documents.uefa.com/r/Reglement-der-UEFA-U21-Europameisterschaft-2021-23/Artikel-42-Spielberechtigung-Online


EURO-Abruf-Liste: https://www.football.ch/portaldata/27/Resources/dokumente/nationalteams/u-21_m21/2021_03_15_U-21_Playerlist_U21_EURO.pdf