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Lahiouel, Pollero & Prtajin: Das sind die unbekannten Challenge League Bomber

Die besten Torschützen der Challenge League Saison 2020/21 kannten vor Beginn der Spielzeit wohl die wenigsten. Bolzplazz stellt die unbekannten Zweitliga-Bomber vor.


Yanis Lahiouel, 25: FC Stade-Lausanne-Ouchy

Lange tingelte der Franzose durch den westschweizer Provinzfussball. Lancy, Bavois und Yverdon hiessen die Stationen von Lahiouel, ehe er bei Stade-Lausanne-Ouchy Fuss fasste und dieses in die Challenge League hochballerte. Dort dürfen sich die Lausanner mittlerweile zu den konstantesten und besten Teams der Challenge League zählen. Dass sie in dieser Saison um den Aufstieg mitspielen, hat viel mit Yanis Lahiouel zu tun. In 14 Spielen bis zur Winterpause steuerte er 8 Tore und 4 Assists bei. Im System von Stade-Lausanne hat Lahiouel als einzige Spitze die Aufgabe, zu jeder Zeit im gegnerischen Strafraum anspielbar zu sein und sich jede ihm bietende Lücke zu nutze zu machen - und dies tut er eindrücklich: Lahiouel spielt eine extrem effiziente Saison. Seine "expected Goals" liegen bei 8.19 - also nahezu identisch mit der tatsächlich erzielten Anzahl. Dies verdeutlicht, wie kaltschneuzig Lahiouel vor dem Tor ist und dass er wenige Chancen braucht, um zu treffen. Aber nicht nur als Finisher ist er für Stade-Lausanne extrem wertvoll, auch spielerisch ist er unersetzlich und stellt sich vollkommen in den Dienst der Mannschaft. Denn Lahiouel ist nicht nur der beste Torschütze seines Teams, sondern auch dessen bester Vorbereiter - als Stossstürmer umso beeindruckender.

© Keystone / 24heures.ch


Rodrigo Pollero, 24: FC Schaffhausen

Im Sommer holte Murat Yakin den Uruguayaner ablösefrei von Chiasso nach Schaffhausen. Ein Toptransfer, wie sich herausstellte. In 13 Challenge League Partien für die Munotstädter schoss Pollero 8 Tore und bereitete 2 weitere vor. 119 Minuten braucht er im Schnitt für einen Scorerpunkt - zum Vergleich: Bei Chiasso waren es in der letzten Saison noch 213 Minuten pro Torbeteiligung. Unter Yakin hat sich Pollero prächtig entwickelt und sein Wert für den FC Schaffhausen lässt sich auch an anderen Statistiken als der Anzahl Tore herauslesen: Seine Körpergrösse von 1,86m weiss er hervorragend einzusetzen. Er glänzt als starker Kopfballspieler, offensiv wie defensiv: Pro Partie springt Pollero durchschnittlich in 10.58 Luftduelle, insgesamt waren es in dieser Saison 119 - der beste Wert der Challenge League. Des Weiteren verzeichnet Pollero auch die höchste Anzahl Offensivkopfbälle in der Liga, nämlich deren 15. Auch in anderen Belangen spielt Pollero eine erstaunliche Saison. Seine "expected Goals" liegen bei nur 4.9 - deutlich weniger, als die erzielte Anzahl. Das bedeutet, dass Pollero auch in Situationen, die eigentlich wenig Gefahr ausstrahlen, Tore schiesst. Dies wiederum spricht für seine individuelle Qualität und den eingebauten Torinstinkt. Die aktuelle Spielzeit kann getrost als Polleros "breakout season" bezeichnet werden - ob er über den Sommer Schaffhausen erhalten bleiben wird, muss sich weisen.

© sfl.ch


Ivan Prtajin, 24: FC Schaffhausen

Das hätte vor der Saison wohl niemand gedacht: Gleich zwei Schaffhauser Angreifer stehen auf dem Podest der Liga-Toptorjäger. Ivan Prtajin kommt bis zum 15. Spieltag in 13 Einsätzen auf 7 Tore und eine Vorlage. Der Kroate lief in acht Spielen neben Sturmpartner Rodrigo Pollero auf und gemeinsam war das Duo für 63% aller Schaffhauser Treffer direkt verantwortlich. Prtajin kam im Sommer 2020 ablösefrei von Roda Kerkrade aus der zweiten niederländische Liga. Der ehemalige kroatische U19 Juniorenauswahlspieler gleicht in vielerlei Hinsicht seinem uruguayanischem Sturmpartner. Prtajin ist ebenfalls sehr gross (1,89m), kopfballstark (9.13 Luftduelle pro Partie) und macht ebenfalls aus wenig viel (4.6 "expected Goals"). Pollero und Prtajin verkörpern den selben Typus Angreifer und prägen Murat Yakins Spielsystem nachhaltig. Der FC Schaffhausen ist darauf ausgerichtet, seine Gegner durch die Überlegenheit in der Luft zu besiegen. Kein Team der Challenge League verrichtet mehr Kopfballduelle als die Munotstädter (42.16 pro 90 Minuten). Dies führt dazu, dass der FCS extrem oft mit langen Bällen spielt - auch hier ist man mit 59.4 langen Bällen in die Spitzen pro Partie Ligabester. Der FC Schaffhausen spielt eine sehr erfolgreiche Kampagne und überwinterte als Vierter mit nur drei Punkten Rückstand auf GC. Der Schlüssel hinter dem Erfolg: Sturmduo Prtajin und Pollero, die nicht nur Tore schiessen, sondern tatkräftig dabei mithelfen, dass die physische und auf Lufthoheit ausgerichtete Spielweise des FCS Erfolg haben kann.

© fcschaffhausen.ch

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