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Die teuersten Abgänge der Super-League-Klubs – Part 1

Aktualisiert: 11. Feb.

Die Super League hat sich in ganz Europa einen vorzüglichen Namen als Ausbildungsliga erarbeitet. Auch in diesem Winter sind wieder zahlreiche Spieler in grosse Ligen gewechselt. Zeit, auf die Rekordabgänge der einzelnen Super-League-Klubs zu blicken. Teil 1 kümmert sich um die lukrativsten Verkäufe der Teams aus der oberen Tabellenhälfte, Teil 2 um jene der Kellerkinder.


Alle Schweizer Klubs leben vom Verkauf. Tickets, Merchandise und am wichtigsten: Spieler. In den letzten Jahren ist daraus ein echtes Businessmodell entstanden: Junge Spieler werden billig eingekauft, weiterentwickelt und schliesslich für viel Gewinn in eine grössere Liga abgegeben. Schweizer Vereine – allen voran Basel und YB – waren so in den letzten Jahren in der Lage, extrem hohe Ablösesummen zu erzielen. Wir bieten im Folgenden einen Überblick über die teuersten Abgänge sämtlicher Super-League-Klubs.


FC Zürich

1. Ricardo Rodriguez zum VfL Wolfsburg: 8,5 Millionen

2. Simon Sohm zu Parma: 6,4 Millionen

3. Raphael Dwamena zu UD Levante: 6,2 Millionen

4. Shabani Nonda zu Stade Rennes: 6 Millionen

5. Raffael zu Hertha BSC: 4,3 Millionen


Der FCZ hat gute Chancen, seine Rekordtransfersumme in naher Zukunft zu brechen. Abwehrjuwel Becir Omeragic dürfte einen zweistelligen Millionenbetrag einbringen und sich so an Ricardo Rodriguez vorbeischieben, der im Januar 2012 in die Bundesliga wechselte. Was auffällt: Während Nonda (1998) und Raffael (2008) beide vor geraumer Zeit transferiert wurden, sind die Verkäufe von Sohm (2020) und Dwamena (2018) weniger lange her. Das zeigt: Der FCZ entwickelt sich beim Generieren von Ablösesummen in die richtige Richtung.



FC Basel

1. Breel Embolo zum FC Schalke 04: 26,5 Millionen

2. Manuel Akanji zum BVB: 21,5 Millionen

3. Mohamed Elyounoussi zu Southampton: 18 Millionen

4. Mohamed Salah zu Chelsea: 16,5 Millionen

5. Arthur Cabral zur AC Florenz: 14 Millionen


Der FCB ist der unangefochtene Transferkönig und bis dato der einzige Schweizer Verein, der Ablösesummen über 20 Millionen generieren konnte. Mit Breel Embolo, der nach wie vor der teuerste Abgang in der Geschichte der Super League ist, und Manuel Akanji ist ihm dieses Kunststück bereits zweimal gelungen. Arthur Cabral reiht sich nach seinem diesjährigen Winterwechsel noch vor Mohamed Elneny (12,5 Mio) und Xherdan Shaqiri (11,8 Mio) in die Top 5 ein. Der FCB hat insgesamt 10 Spieler für einen zweistelligen Millionenbetrag verkaufen können. Neben den bereits erwähnten zählen auch Albian Ajeti (11,3 Mio), Noah Okafor (11,2 Mio) und Aleksandar Dragovic (10 Mio) dazu. Nicht einberechnet: Teils (sehr) lukrative Weiterverkaufsbeteiligungen, die dem FCB über die Jahre ebenfalls immer wieder Geld in die Kassen fliessen liessen.



BSC Young Boys

1. Denis Zakaria zu Gladbach: 12 Millionen

2. Seydou Doumbia zu ZSKA Moskau: 11 Millionen

3. Djibril Sow zu Eintracht Frankfurt: 10 Millionen

4. Kevin Mbabu zum VfL Wolfsburg: 9,2 Millionen

5. Kasim Adams zur TSG Hoffenheim: 8 Millionen


Während den Meisterjahren hat sich in Bern in Sachen Ablösesummen einiges getan. So erstaunt es auch nicht, dass vier der fünf teuersten YB-Abgänge von Mastermind Christoph Spycher abgewickelt wurden. In diesem Winter liess der Meister gleich drei Spieler per Leihe mit anschliessender Kaufoption ziehen. Im Falle von Christopher Martins Pereira beläuft sich diese angeblich auf 10 Millionen – eine Summe, die ihn direkt auf Platz 3 des Rankings katapultieren würde. Gut möglich, dass man den eigenen Rekord in naher Zukunft bricht: Toptalent Fabian Rieder könnte gut und gerne eine zweistellige Millionensumme einbringen.



Servette FC

1. Sonny Anderson zur AS Monaco: 8,25 Millionen

2. Philippe Senderos zu Arsenal: 3,55 Millionen

3. Martin Petrov zum VfL Wolfsburg 3,25 Millionen

4. David Sesa zu Lecce: 2,5 Millionen

5. Julian Esteban zu Stade Rennes: 2 Millionen


Was sogleich auffällt: Servette musste in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich kleinere Brötchen backen. Rekordverkauf Anderson wurde Mitte der Neunzigerjahre abgegeben, der Rest der aufgeführten Top 5 anfangs der Nullerjahre. Der Konkurs 2005 und der lange Weg zurück an die Spitze, der über viele Jahre in der Zweitklassigkeit führte, hinterliessen natürlich ihre Spuren am Verkaufsvolumen der Genfer. Der stolze Verein verfügt über eine der besten Nachwuchsakademien des Landes, heutige Schweizer Stars wie Denis Zakaria, Kevin Mbabu, Becir Omeragic, Ulisses Garcia oder Dereck Kutesa entsprangen allesamt der eigenen Jugend – die dicken Ablösesummen dieser Spieler haben aber andere Klubs eingestrichen. Bitter! Eine Trendwende ist jedoch in Sicht: Kastriot Imeri dürfte Servette bald einen Geldregen bescheren.



FC Lugano

1. Christopher Lungoyi zu Juventus: 2,9 Millionen

2. Ezgjan Alioski zu Leeds United: 2,5 Millionen

3. Nelson Vivas zu Arsenal: 2,2 Millionen

4. Julio Hernàn Rossi zum FC Basel: 2 Millionen

5. Carlinhos Junior zu Shimizu S-Pulse: 1,8 Millionen


Im Tessin ist seit der Klubübernahme durch US-Milliardär Joe Mansueto eine neue Zeitrechnung angebrochen. Geldsorgen gehören der Vergangenheit an, fette Erlöse dürften in Zukunft viel häufiger ins Haus regnen. Dennoch zeigte auch schon vor Mansueto der Trend in die richtige Richtung: Drei der fünf teuersten Abgänge wurden seit 2017 abgewickelt – nämlich Lungoyi (2021), Alioski (2017) und Carlinhos (2020). Mit jungen Spielern wie Mohamed Amoura, Ignacio Aliseda oder Maren Haile-Selassie dürften in naher Zukunft noch deutlich höhere Summen erzielt werden.




* Angaben in Euro. Quelle: Transfermarkt.