• Maximilian Wagner

Der grosse Umbruch! FC Basel Kaderanalyse 2021

Die Saison 2020/21 ist passé. Zeit, diese intensive Spielzeit Revue passieren zu lassen und auf die einzelnen Teams zu blicken. In diesem Artikel widmen wir uns dem letztjährigen Vizemeister, welcher jedoch selbst weit hinter den Erwartungen geblieben ist und eine extrem turbulente Saison erlebte. Wie könnte sich der FCB in der neuen Saison verändern? Bolzplazz macht den Check.


Ich spreche wohl für jeden Fan, der es mit Rotblau hält: Eine katastrophale Saison liegt hinter dem FC Basel. Sie begann bereits denkbar miserabel: So schaffte es der vorjährige EL-Viertelfinalist es nicht einmal, sich für die Gruppenphase der Europa League zu qualifizieren. Eine Saison gänzlich ohne Europacup – eine ungewohnte und unliebsame Situation. Darauf folgten, speziell nach der Winterpause, desolate Auftritte in der Super League. Diese kosteten Ciriaco Sforza den Job. Immerhin konnte seit der Beförderung Patrick Rahmens ein "versöhnliches" Ende mit dem 2. Tabellenplatz bewerkstelligt werden, was man aber grösstenteils der schwachen Konkurrenz zu verdanken hat.


Nun kann man mit einem Trainer in die nächste Saison gehen, welcher sein Fachwissen und seine Leaderqualitäten an der Seitenlinie in den letzten Wochen dieser Saison unter Beweis gestellt hat. Alleine der Fakt, dass man unter Rahmen das "Joggeli" wieder zu Festung machen konnte, (keine Niederlage, 0 Gegentore) stimmt viele Basler zuversichtlich. Zudem ist er ein Liebling vieler Fans, welche ihn schon gerne als Ersatz für Koller im Sommer 2019 gesehen hätten. Was den Trainer für die kommende Saison betrifft, ist daher Kontinuität garantiert, das Vertrauen der neuen Führung ist ihm ohnehin gewiss. So erhielt Rahmen unlängst einen Vertrag bis Ende nächster Saison. Dann möchte man weitersehen. Ein gutes und logisches Vorgehen.


Für Aufstellung und Kaderzusammenstellung der nächsten Saison ist zu vermuten, dass Rahmen wie auch in den letzten Saisonspielen 20/21 auf sein bewährtes 4-2-3-1 setzten wird. Deshalb werden wir auch in diesem Kadercheck von dieser Aufstellung ausgehen. Was den restlichen Kader betrifft, wird ein grosser Umbruch anstehen. Fern von emotionalen Entscheidungen, völlig leistungsbezogen und im Sinne der neuen Führung unter Absprache mit Cheftrainer Patrick Rahmen. Zudem liess Degen an seiner ersten Pressekonferenz auch verlauten, wieder einen Sportchef ins Boot holen zu wollen. Die einzig richtige Entscheidung. Schon seit einigen Tagen ist klar, dass sich der FC Basel gleich von mindestens sieben Spielern trennen wird:


- Luca Zuffi (auslaufender Vertrag)

- Timm Klose (auslaufende Leihe)

- Jasper van der Werff (auslaufende Leihe)

- Amir Abrashi (auslaufende Leihe, es finden jedoch noch Gespräche statt)

- Aldo Kalulu (auslaufender Vertrag)

- Jorge (auslaufende Leihe)

- Elis Isufi (auslaufender Vertrag)

- Darian Males (auslaufende Leihe, es finden jedoch noch Gespräche statt)

- Jozef Pukaj (auslaufender Vertrag)


Alles Entscheidungen, welche man entweder aus sportlicher und/oder finanzieller Sicht durchaus nachvollziehen kann. Man möchte in der nächsten Saison einen Neustart mit einem aufgefrischten Kader anstreben. Deshalb werden wir in diesem Kadercheck mit keinem dieser Spieler planen.


Nicht vergessen sollte man die herausragende Jugendarbeit, welche am Rheinknie geleistet wird. Auf diese wird laut Degen in Zukunft noch mehr gebaut, als dies bis anhin sowieso schon der Fall war. Es sollte wieder vermehrt möglich sein, dass Spieler, welche noch in der U21 zum Einsatz kommen, also in der drittklassigen Promotion League, eine Chance in der 1. Mannschaft erhalten.


Top-Kandidaten dafür sind:


- Albian Hajdari (18, Innenverteidigung)

- Julian Von Moos (20, Flügel)

- Louis Lurvink (19, Innenverteidigung)

- Yannick Marchand (21, Zentrales Mittelfeld)

- Mihailo Stevanovic (19, Zentrales Mittelfeld)

- Adrian Durrer (19, Defensives Mittelfeld)

- Carmine Chiappetta (18, Flügel)

- Andrin Hunziker (18, Stürmer)


Sie alle durften schon kürzere oder längere Einsätze in der Super League bestreiten, gehören bis auf Hajdari, Von Moos, Marchand, Chiappetta und Hunziker aber noch nicht zum festen Kader der 1. Mannschaft. Einzig diese 4 Spieler werden wir in unserem Kadercheck berücksichtigen. Aber Achtung, natürlich gibt es auf dem Campus noch viele weitere Juwelen, welche allesamt heiss auf ihren ersten Einsatz für Rotblau sind. Man darf gespannt sein, welche komplett neuen Gesichter wir in der kommenden Saison erstmals im Dunstkreis der 1. Mannschaft zu sehen kriegen.


Es darf mit zudem mit einigen weiteren Abgängen gerechnet werden. Angewiesen ist man auf diese aber nicht, es sei denn, grössere Investitionen wären geplant. Top-Kandidaten auf einen Abgang mit Ablöse, welche wir daher nicht in unserem Kadercheck berücksichtigen werden, sind:


- Arthur Cabral (grosses Interesse aus Top-5 Ligen, speziell aus der BuLi und PL)

- Orges Bunjaku (Vertrag bis 2022, Überangebot im zentralen Mittelfeld: Ausleihe?)

- Ricky van Wolfswinkel (Altlast der vorherigen Führung, Vertrag bis 2022)

- Djordje Nikolic (degradierter Torhüter, wieder "nur" Nr. 2, Vertrag bis 2022)


Bei Cabral hofft man in Basel zwar auf einen Verbleib, realistischerweise planen wir aber bereits ohne ihn. Auch 2 weitere Spieler kämen für einen Auslandtransfer in Frage, werden einen Abgang aber kaum forcieren, und werden daher im Kadercheck berücksichtigt:


- Silvan Widmer (Vetrag bis 2022)

- Eray Cömert (gibt seit Jahren Interesse aus ganz Europa, Vertrag bis 2022)


Daneben gibt es noch weitere Akteure wie Petretta, Frei, Kasami, Pululu und Cardoso (Leihe mit Kaufoption), deren Verträge im Sommer 2022 auslaufen, für die aber ein längerfristiges Engagement beim FCB definitiv in Frage kommt. Sie werden alle in unserem Kadercheck berücksichtigt. Man kann aber schon jetzt sagen, dass in Zukunft wieder vermehrt auf die eigene Jugend und Spieler mit Schweizer Pass gesetzt wird – just wie es YB in den letzten Jahren vorgemacht ein.


via bazonline.ch

Der Kadercheck


Torhüter:

Wer bleibt? Heinz Lindner (30), Felix Gebhardt (19)

Wer geht? Jozef Pukaj (21, Vertragsende) Djordje Nikolic (24, potenzieller Transfer)

Wer kommt? -


Um die Position der Nummer 1 im Basler Tor sollte es wohl keine Diskussionen geben. Heinz Lindner, letzten Sommer als starke Nr. 2 eingeplant, nutzte seine Chance, als der ohnehin schwächelnde Nikolic im Herbst 2020 in Quarantäne war. Auf Anhieb konnte er Bestleistungen abrufen, wurde zum Leader und war stets einer der Besten auf dem Feld. Der Österreicher wurde in seinem ersten Jahr bereits zum Fanliebling. Sollte die neue Führung also nicht mit einem neuen, jüngeren Keeper in die Saison gehen wollen, gibt es keinen Weg an Lindner vorbei.


Nikolics Platz als Nr. 2 dürfte wohl die vorherige Nr. 3 / Nr. 4 Felix Gebhardt übernehmen, ein grosses Talent aus dem eigenen Campus. Seine tollen Leistungen im Nachwuchs und in der U20-Nationalmannschaft Deutschlands sprechen für sich. Und wie es der Zufall möchte, wird Gebhardt von Philipp Degens Beraterfirma betreut. Gut möglich, dass er langsam hinter Linder aufgebaut und vielleicht ja im Cup eine erste Chance erhalten wird. Die Positionen hinter diesen beiden Keepern können sich grundsätzlich gleich mehrere junge Keeper aus dem Nachwuchs teilen. Es ist also nur schwer vorstellbar, dass die neue Führung um Degen einen zweiten erfahrenen Keeper ins Boot holen wird (à la Faivre bei YB).



Rechtsverteidiger:

Wer bleibt? Silvan Widmer (28)

Wer geht? -

Wer kommt? Sandro Theler (20)


Auf der Rechtsverteidigerposition ist man beim FC Basel seit Jahren chronisch unterbesetzt. Letzte Saison spielte Jasper van der Werff dort notgedrungen, als Widmer verletzt war. Dieses Problem sollte die neue sportliche Führung schleunigst in die Hand nehmen. Mit Widmer hat man einen der besten Rechtsverteidiger der ganzen Liga. Nur braucht man einen wirklich adäquaten Back-up, um ihm, gerade bei einer möglichen Dreifachbelastung, auch mal eine Pause geben zu können. Dieser Ersatz könnte Sandro Theler (20) vom FC Sion sein.


Er gehört zum Kader der Schweizer U21-Nati und spielte eine durchwegs souveräne erste Saison als „erweiterter“ Stammspieler. Es wäre wohl keine grössere Investition, sein Vertrag läuft aktuell nur noch bis 2022. Theler könnte man perfekt hinter Widmer zum nächsten FCB-Rechtsverteidiger aufbauen. Die Qualität für die Super League besitzt er allemal. Nicht zu vergessen, auch Hajdari könnte im Notfall diese Position ausfüllen.



Innenverteidigung:

Wer bleibt? Goncalo Cardoso (20), Eray Cömert (23), Albian Hajdari (18)

Wer geht? Timm Klose (33, Leihende), Jasper van der Werff (22, Leihende), Elis Isufi (21, auslaufender Vertrag)

Wer kommt? Hrvoje Smolcic (20) oder Akos Kecskes (25), Yannis Letard (22, ablösefrei) oder Marco Burch (20),


Die mit Abstand grösste Baustelle im Kader d ist die Innenverteidigung. Die Abwehrleistungen der Rotblauen waren häufig schlichtweg desolat. Alleine der Fakt, dass man fast doppelt so viele Tore zuliess wie Meister YB, sagt genug. Es muss dringend etwas geschehen. Diesen Umbruch in der Innenverteidigung leitet die neue Führung auch gleich nach Amtsantritt ein. Mit der „Nichtverpflichtung“ von Timm Klose und Jasper van der Werff, welche beide auf Leihbasis in Basel waren, wird der Grundstein für einen Umbau der Abwehrzentrale gelegt.


Es ist damit zu rechnen, dass Goncalo Cardoso in der kommenden Saison an die Startelf der Bebbi herangeführt wird. Ein portugiesischer Innenverteidiger mit grossen Potenzial, welchen man im Sommer 2022 fix von West Ham übernehmen könnte. Ein Fragezeichen steht hinter Eray Cömert. Sollte er bleiben, würde er wohl mit Cardoso die neue Stamminnenverteidigung bilden.


Diese sollte man mit einem weiteren Abwehrspieler verstärken, welcher sofort auf dem selben Niveau spielen kann. Dieser Verteidiger sollte im Stande sein, allfällige Verletzungen ohne Mühe aufzufangen und den Konkurrenzkampf anzuheizen. Eventuell ergäbe sich dann ein offenes Rennen um den Stammplatz. Meines Erachtens nach sollte der FCB einer der folgenden zwei Kandidaten verpflichten, um in allen drei Wettbewerben konkurrenzfähig zu sein:


- Hrvoje Smolcic (20)

Die wohl teuerste mögliche Option. U19 Nationalspieler Kroatiens. Gilt als eines der grössten kroatischen IV-Talente. Konnte schon Erfahrung in der Europa League sammeln. Hat das Potential zum 1:1-Ersatz für Cömert. Der FCB wird bereits mit ihm in Verbindung gebracht.


- Akos Kecskes (25)

Der Ungare, welcher aus der Jugend von Atalanta Bergamo stammt, wusste bei Lugano in dieser Saison mehr als nur zu überzeugen. Er wurde erstmals in die Nationalmannschaft Ungarns berufen und fährt an die EM. Auf die Saison 2018/19 hin wechselte er aus Italien zu den Luganesi. Nach anfänglichen Schwierigkeiten zählt Kecskes aber spätestens seit zwei Jahren zum absoluten Stammpersonal. Er ist ein körperlich robuster Verteidiger, wie man ihn in Basel seit längerem wieder sucht. Daneben verfügt er über eine solide Spielauslösung.


Kommen wir zur zweiten Reihe der Innenverteidigung. Neben Hajdari, welcher Juventus gehört und planmässig nur noch bis Sommer 2022 für Basel aufläuft, und U21 Talent Lurvink, sollte man für grössere Kadertiefe sorgen. Auch hier ist zu erwarten, dass man auf jüngere, entwicklungsfähige Spieler setzen wird.


Meine möglichen Kandidaten:


- Yannis Letard (22)

Gehörte der Franzose in St. Gallens überragender letzter Saison meist noch zum Stammpersonal, musste er nun unten durch. Nur ganze 8 Mal liess Zeidler den erst 22-jährigen Verteidiger für die Ostschweizer auflaufen. Letard wäre in diesem Sommer ablösefrei zu haben. Warum also sollte man ihm keine Chance geben, sich beim FCB zu beweisen und möglicherweise seine Karriere neu zu lancieren? Eine interessante Backup-Option ohne finanzielles Risiko.


- Marco Burch (20)

Ein weiteres Talent aus der Luzerner Talentschmiede, welches sich schon auf Super League Niveau beweisen durfte und dabei auf ganzer Linie überzeugte. Frisch in die Schweizer U21-Nati berufen, wird Burch nach seiner bärenstarken Rückrunde zu Recht zu den vielversprechendsten Schweizer IV-Talenten gezählt. Ein Spieler seines Kalibers muss für den FCB interessant sein. Das Jungtalent könnte von den hervorragenden Voraussetzungen am Rheinknie profitieren und den nächsten Schritt in seiner Karriere anstreben. Das einzige Problem: Der FC Luzern dürfte kaum daran interessiert sein, sein Juwel ziehen zu lassen (Vertrag bis 2024). Entsprechend kostspielig würde ein Transfer werden.



Linksverteidiger:

Wer bleibt? Raoul Petretta (24), Andrea Padula (25)

Wer geht? Jorge (25, Leihende)

Wer kommt? Miro Muheim, (23)


Machen wir es kurz: Mit Jorge verliert der FC Basel einen absoluten Leistungsträger – jedenfalls war er das bis zu seiner Verletzung. Er wird nach seiner Leihe zu seinem Stammklub AS Monaco zurückkehren. Nach Jorges Ausfall übernahm Petretta die LV-Position. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und viel Kritik drehte er gerade im Saisonendspurt unter Rahmen richtig auf. Auch der im letzten Sommer transferierte Padula (Sforzas Wunschtransfer) fiel über weite Strecken der abgelaufenen Saison verletzt aus, möchte auf die neue Spielzeit hin aber wieder angreifen. Hier ist anzumerken, dass Padula ebenfalls als Rechtsverteidiger auflaufen kann.


Als einziges wirkliche Option ist zurzeit Miro Muheim vom FC St. Gallen im Gespräch. Dessen Vertrag läuft 2022, weshalb er entsprechend preiswert zu haben wäre. Der ehemalige U21-Nationalspieler würde dem FCB gut zu Gesichte stehen. Muheim wäre die perfekte Lösung, falls man links hinten ein Upgrade verpflichten will. Daneben ist der gebürtige Zürcher mit 23 Jahren nach wie vor entwicklungsfähig und könnte dem FCB dereinst einmal einen stattlichen Millionenbetrag einbringen.



Zentrales Mittelfeld (defensiv/offensiv):

Wer bleibt? Fabian Frei (32), Pajtim Kasami (28), Yannick Marchand (21), Taulant Xhaka (30), Matias Palacios (19)

Wer geht? Luca Zuffi (31, auslaufender Vertrag), Orges Bunjaku (19, potenzieller Transfer), Amir Abrashi (30, auslaufender Leihvertrag)

Wer kommt? Jordi Quintilla (27, ablösefrei)


Auch hier scheint die Lage eigentlich relativ klar. Oft wurde dem FC Basel in der letzten Saison ein Überangebot – quantitativ, nicht qualitativ – im zentralen Mittelfeld nachgesagt. Dieses Problem wird man wohl mit dem auslaufenden Vertrag von Luca Zuffi und einem möglichen Verkauf oder einer Ausleihe von Bunjaku aus der Welt schaffen. Daneben wird der Leihvertrag mit Abrashi aller Voraussicht nach nicht verlängert. So sollte man nun mit den drei Abgängen und dem vielerorts bereits als fix vermeldeten Zuzug von Quintilla ein gutes Mittelfeld zusammen haben. Mit 6 Spielern für 3 mögliche Positionen ist man optimal aufgestellt.



Flügel:

Wer bleibt? Edon Zhegrova (22), Valentin Stocker (32), Afimico Pululu (22), Carmine Chiappetta (18), Julian von Moos (20), Kaly Sene (20)

Wer geht? Aldo Kalulu (25, auslaufender Vertrag)

Wer kommt? -


Auch auf den Flügeln scheint der FC Basel gut aufgestellt zu sein. Neben Aldo Kalulu, welcher kaum Spuren hinterlassen hat, könnte allenfalls noch einer der jüngeren Spieler den Verein auf Leihbasis verlassen. Zhegrova und Pululu hatten beide trotz einer insgesamt schwachen Saison immer wieder starke Momente, in welchen sie beweisen konnten, dass sie das Zeug dazu haben, dereinst einmal überdurchschnittliche Flügelspieler zu werden. Das Manko: Die Konstanz. Mit dem richtigen Trainer, der richtigen Taktik und der richtigen Einstellung ist es gut möglich, dass beide in der kommenden Spielzeit den nächsten Schritt machen und zu essentiellen Leistungsträgern werden.


Wie wichtig Stocker für den gesamten Verein ist, muss wohl spätestens nach seiner Suspendierung niemandem mehr erklärt werden. Man spürte während seiner Abwesenheit die Verunsicherung der Mannschaft, ihr Captain fehlte. Und der kehrte auch mit 200% auf den Platz zurück. 8 Torbeteiligungen in 8 Partien sprechen für sich und beweisen seinen enormen Wert für den FCB. Die Gesamtbilanz dieser abgelaufenen Saison liest sich mit 17 Scorerpunkte in nur 23 Partien exzellent.



Sturm:

Wer bleibt? Andrin Hunziker (18)

Wer geht? Darian Males (20), Arthur Cabral (23), Ricky van Wolfswinkel (32)

Wer kommt? Jordy Caicedo (23), Filip Stojilkovic (21)


Auf dieser Position dürfte der FCB in diesem Sommer seinen wertvollsten Spieler verlieren: Arthur Cabral. Sein Abgang scheint so wahrscheinlich wie nie. Kein Brasilianer hat in dieser Saison in Europa mehr Tore erzielt als Cabral (insgesamt 20 Treffer). Er lässt damit sogar Grössen wie Neymar oder Gabriel Jesus hinter sich, und wenn es nach den Fans der Selecao ginge, kann es nicht mehr lange gehen, bis er erstmal für Brasilien berufen wird.

Interesse aus den grossen europäischen Ligen sowie aus dem finanzstarken Russland soll es seit Wochen und Monaten geben. Es ist mit einer schönen Summe für den Verein zu rechnen, mit welcher sich weiter am Kader arbeiten lässt.


Daneben ist es gut möglich, dass man sich von van Wolfswinkel trennen möchte. Nur noch in diesem Sommer könnte man einen kleinen Transfererlös mit dem Holländer erzielen. Ein Leistungsträger ist er schon länger nicht mehr und gerade YB hat bewiesen, wie wichtig es ist, zwei treffsichere Stürmer in den eigenen Reihen zu haben (Nsame/Siebatcheu).

Bleibt noch Darian Males. Es werden zurzeit noch Gespräche über einen möglichen Verbleib geführt. Es würde aber wohl höchstens eine weitere Leihe im Raum stehen. Sollte der flexibel einsetzbare Schweizer U21-Nationalspieler An Bord bleiben, könnte er auch auf dem Flügel, oder – wie in dieser Saison meist geschehen – als hängende Spitze eingesetzt werden.


Es müssen aber wohl mindesten zwei Stossstürmer ihren Weg nach Basel finden, um den heiss umworbenen Cabral und den zuletzt oft unglücklich agierenden van Wolfswinkel zu ersetzen. Top-Kandidat auf die Cabral-Nachfolge is gemäss übereinstimmenden Medienberichten Jordy Caicedo von ZSKA Sofia. Erst in diesem Winter transferierte man den frischgebackenen Nationalspieler Ecuadors aus Brasilien nach Europa. Caicedo schlug sogleich ein, 10 Torbeteiligungen in 13 Einsätzen sprechen für sich. Auch während seiner Zeit in Südamerika – ein Markt, in dem sich der FCB ja bestens auskennt – wusste der wuchtige Stürmer zu überzeugen. Neben Basel sollen sich auch Udinese und PSV Eindhoven mit dem 1,85m grossen Mittelstürmer beschäftigen. Caicedo bringt Starpotential mit und wäre der perfekte Nachfolger für Arthur Cabral.


Ein sehr grosses Potential bringt auch Filip Stojilkovic mit. Der Schweizer U21-Nationalstürmer war in dieser Saison vom FC Sion an den FC Aarau ausgeliehen, wo ihm phänomenale 16 Treffer gelangen. Der 1,86m grosse Mittelstürmer ist ein geborener Torjäger und begeistert durch Killerinstinkt und Abschlussstärke. Mit Stojilkovic und Caicedo hätte der FCB zwei formidable Stürmer in den eigenen Reihen und könnte zum Angriff blasen. Daneben dürfte gerade Stojilkovic, der in der Schweiz bald zum nächsten grossen Ding werden könnte, Basel dereinst einmal Millionen bescheren. Der gebürtige Zürcher will definitiv weg vom FC Sion und sieht sich nach seinem nächsten Karriereschritt um – der FCB wäre die perfekte Plattform.


Zusammen mit diesen zwei Neuzugängen, Julian von Moos, welcher auch als Stürmer auflaufen kann, und Toptalent Andrin Hunziker (U18 Nati, 21 (!) Tore in 12 Einsätzen für die FCB U18) wäre man so in Basel in der Offensive wieder bestens aufgestellt.



MVP der Saison 2020/21

Hier gibt es einige Namen welche man nennen könnte. Lindner, Stocker oder vielleicht sogar Kasami. Aber es führt wohl kein Weg an Arthur Cabral vorbei. Nur knapp verpasst er den Titel des Torschützenkönigs, war aber mit Abstand der treffsicherste Spieler für Rotblau. Den Titel "FCB MVP der Saison 2020/21" hat er sich mehr als nur verdient. Cabrals Tore waren wichtig und oft auch schön zugleich. Kein Wunder, ist halb Europa hinter ihm her.