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Das grosse Ranking der Schweizer Talente – Offensives Mittelfeld

Die Bolzplazz-Redaktion widmet sich einem neuen Projekt: In Zusammenarbeit mit professionellen Scouts und Agenten kategorisieren wir die besten Schweizer Talente.


Das Ranking berücksichtigt sämtliche Spieler mit Schweizer Pass, die nach 2000 geboren wurden und bereits im Profifussball zum Einsatz gekommen sind. Für die Kategorisierung von Bedeutung sind zwei verschiedene Komponenten: Einerseits die individuelle Leistung des Spielers in der aktuellen Saison, andererseits dessen Potential. Eingeteilt werden die Talente in drei verschiedene Qualitätsklassen:

  • Gold: Herausragende Leistungen, Potential zu internationaler Klasse

  • Silber: Gute Leistungen, Potential zu überdurchschnittlicher Klasse

  • Bronze: Solide Leistungen, Potential für eine gute Entwicklung

In den kommenden Wochen gehen wir Position für Position durch. Heute im Fokus: Das offensive Mittelfeld. Talentierte Spieler, die es knapp nicht ins Ranking geschafft haben, führen wir in der Einzelkategorie Radar auf.


5) Offensives Mittelfeld

Im offensiven Mittefeld war die Schweiz in den letzten 10 Jahren verwöhnt: Xherdan Shaqiri, von seinen Anlagen her eine absolute Ausnahmeerscheinung, begeisterte das Publikum mit Spektakel und Klasse. Shaqiri wird der Nati noch einige Jahre erhalten bleiben – doch schon jetzt bringt sich der ein oder andere Youngster in Stellung, um zukünftig sein Erbe als Unterschiedsspieler anzutreten. Neben einigen hochveranlagten U21-Talenten gibt es weitere interessante offensive Mittelfeldspieler, denen in naher Zukunft eine Rolle in der Nati zugetraut werden kann, darunter etwa FCZ-Freigeist Antonio Marchesano (31), FCL-Alleskönner Filip Ugrinic (23) oder GC-Edeltechniker Petar Pusic (23). Die Zukunft auf dieser Position sieht für die Schweiz rosig aus!



Gold


1) Kastriot Imeri (21): Servette FC

Er ist das Aushängeschild der Schweizer U21-Nati und einer der talentiertesten Spieler der Super League: Kastriot Imeri. Das Servette-Eigengewächs gab bereits im Alter von 16 Jahren sein Debüt für die 1. Mannschaft, hat aber erst in dieser Saison den Schritt zum unbestrittenen Schlüsselspieler geschafft. Imeri zeichnet sich durch überragende technische Eigenschaften, viel Ballgefühl und hohe Spielintelligenz aus. Dazu verströmt er ein gewisses Flair und ist stets für überraschende Aktionen gut. Traumhafte Freistosstore, unberechenbare Dribblings oder gefühlvolle Zuspiele in die Schnittstellen gehören zu seinen Markenzeichen. Seine fantastischen Anlagen kann er in dieser Saison endlich konstant in Scorerpunkte ummünzen, nach 23 Einsätzen steht Imeri bereits bei 11 Treffern. Im letzten Herbst berief ihn Murat Yakin zudem erstmals in die A-Nati – und verhalf ihm in Rom gegen Italien prompt zum Debüt. Yakin läutete den Beginn einer neuen Ära ein, die von Imeri zukünftig mitgeprägt werden dürfte.



Silber


1) Randy Schneider (20): FC Aarau

Aus dem Nichts an die Spitze der Silber-Kategorie: Randy Schneider zählt zu den Entdeckungen dieser Challenge-League-Saison. Der ehemalige GC-Junior wechselte nach einer einjährigen Ausleihe fix zum FC Aarau, wo er sich ab Beginn der Rückrunde zu einem unverzichtbaren Element in der Offensive entwickelt hat. Der quirlige, kreative und technisch versierte Zehner kommt am besten hinter der Spitze zur Geltung. Von dort aus kann er mit überlegten Pässen zwischen die Linien, dynamischen Vorstössen mit dem Ball am Fuss oder Abschlüssen aus dem Hinterhalt für Gefahr sorgen. Schneider kommt in 23 Partien auf starke 12 Scorerpunkte (7 Tore, 5 Vorlagen) – 75% davon gelangen ihm ab Februar. In seiner aktuellen Verfassung ist er auch ein Thema für die U21-Nati. Mauro Lustrinelli setzte ihn letzten Monat erstmals auf die Abrufliste – das Teamdebüt dürfte bald folgen.



2) Darian Males (20): FC Basel

Darian Males erlebt keine einfache Zeit. Der U21-Nationalspieler gehört Inter Mailand, bestreitet aktuell aber seine zweite Saison auf Leihbasis in Basel. Den Schritt zum Leistungsträger hat er noch nicht geschafft, und das, obwohl er gerade in der Hinrunde viel Spielzeit erhielt. Males ist technisch überdurchschnittlich stark, hat gute Laufwege und agiert sehr mannschaftsdienlich. Aber: In der aktuellen Saison fehlt ihm oft der Zugriff aufs Spiel, viele Torchancen lässt er ungenutzt liegen. Erschwerend kommt hinzu, dass er seine ideale Position noch nicht gefunden zu haben scheint: Für den Flügel fehlt der Speed, fürs Sturmzentrum die Ausstrahlung und der Killerinstinkt – und ein klassischer Zehner ist er auch nicht. Jedoch ist er mit gerademal 20 Jahren noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt. Seine tollen technischen Anlagen geben Grund zur Hoffnung, dass ihm unter dem richtigen Trainer der Durchbruch gelingen wird.



Bronze


1) Daniel Dos Santos (19): FC Thun

Mit Daniel Dos Santos steht ein weiterer aufregender Challenge-League-Nachwuchsspieler an der Spitze der Bronze-Kategorie. Das 19-jährige Thuner Eigengewächs gehört seit rund einem Jahr zum erweiterten Stammpersonal der Berner Oberländer und hat sich längst als Unterschiedsspieler im Angriff bewiesen. Mit unheimlich viel Spielwitz, frechen Dribbeleinlagen und starker Übersicht ist er immer wieder für Überraschungsmomente gut. Der frischgebackene Schweizer U20-Nationalspieler kommt in 47 Einsätzen für die 1. Mannschaft des FC Thun auf beachtliche 10 Scorerpunkte (7 Tore, 3 Vorlagen). Gut möglich, dass Dos Santos im Sommer den nächsten Schritt wagen wird. Ein Spieler seiner Fähigkeiten landet schliesslich eher früher als später in der Super League.



2) Alvyn Sanches (19): Lausanne-Sport

Alvyn Sanches hat sich in dieser Rückrunde in der Super League behauptet und zählt gemeinsam mit Zeki Amdouni und Anel Husic zu den wenigen positiven Geschichten, die in der laufenden Saison bei Lausanne-Sport geschrieben werden. Der 19-Jährige besticht als eleganter, filigraner Ballkünstler mit Dribbelstärke, feiner Technik und gutem Tempo. Seit dem Trainerwechsel hin zu Alain Casanova ist Sanches gesetzt und hat mit einem (wunderschönen) Treffer und einem Assist dazu beigetragen, dass Lausanne in den vergangenen Wochen eine kleine Renaissance erlebt hat. Der Schweizer U20-Nationalspieler dürfte im – nach wie vor wahrscheinlichen – Falle eines Abstiegs ein Eckpfeiler der Lausanner Challenge-League-Mannschaft werden.



3) Alexis Antunes (21): Servette FC

Alexis Antunes spielt mit Servette bereits seine zweite Saison in der Super League, ist über den Status eines Ergänzungsspielers aber nach wie vor nicht hinausgekommen. Zwar kommt er in der laufenden Spielzeit auf 25 Super-League-Einsätze (2 Tore, 2 Assists), stand dabei aber nur 9-Mal von Beginn an auf dem Rasen. Der 21-Jährige besitzt tolle technische Anlagen, viel Speed und Dynamik. Dank seinen athletischen Voraussetzungen läuft Antunes auch immer wieder auf dem Flügel auf, von wo aus er ins Zentrum zieht und mit gut getimten Zuspielen oder satten Abschlüssen für Gefahr sorgt. Da Imeri die Genfer im Sommer wohl verlassen wird, könnte Antunes in seine Rolle schlüpfen und in seinem Jugendverein endlich zum Schlüsselspieler aufsteigen.



4) Nico Maier (21): BSC Young Boys

Ebenfalls in Geduld üben muss sich YB-Eigengewächs Nico Maier. Der spielfreudige, schnelle und überaus torgefährliche offensive Mittelfeldspieler kommt trotz starker Trefferquote in der Promotion League für die U21 (26 Tore in 52 Einsätzen) kaum bei den Profis zum Zug. Die starke Konkurrenz und frustrierende Verletzungen zu ungünstigen Zeitpunkten sorgten dafür, dass es Maier erst auf 4 Auftritte in der Super League bringt – auch wenn er sich bei seinem Startelfdebüt im letzten Jahr sogleich einen Assist gutschreiben liess. Was zukünftig für Maier spricht: Er ist im Angriff variabel einsetzbar und kann auch auf den Flügelpositionen aufgestellt werden. Gut möglich, dass er im Zuge des bevorstehenden grossen Berner Umbruchs auf die neue Saison hin endlich eine Rolle im Team erhält.



5) Nils Reichmuth (20): FC Wil

Nachdem er in den vergangenen zwei Jahren nur auf sechs Einsätze für die 1. Mannschaft seines Ausbildungsvereins FCZ kam, wurde Reichmuth im letzten Sommer leihweise in die Challenge League zum FC Wil abgegeben. Dort eroberte er sich sogleich einen Stammplatz und wurde dank toller Übersicht, starken technischen Anlagen und fortschrittlichem Spielverständnis schnell zu einem wichtigen Faktor. Der frühere Schweizer U17-Nationalspieler kann nicht nur als Zehner hinter der Spitze, sondern auch eine Reihe weiter hinten als Achter eingesetzt werden. Angesichts seiner erfreulichen Entwicklung könnte er in der nächsten Saison bei seinem Stammklub ebenfalls in eine gute Rolle hineinwachsen.



6) Burak Alili (18): Neuchâtel Xamax

Den Abschluss der Bronze-Kategorie macht ein noch sehr unbekannter, aber überaus spannender Spieler: Burak Alili von Neuchâtel Xamax. Das 18-jährige Neuenburger Eigengewächs hat in dieser Saison den Sprung zu den Profis geschafft und beeindruckt mit Dynamik, Ballgefühl und Spielverständnis. Noch ist es sehr schwer, Alili auf eine fixe Position festzunageln, schliesslich kann er in der Offensive fast jede Position bekleiden. Zuletzt spielte er sich aber als Hybrid zwischen Zehner und hängender Spitze mit einem Tor und einer Vorlage in den Fokus. Dem Schweizer Junioren-Nationalspieler dürften in der Challenge League schon bald die Schlagzeilen gehören.




Radar:

  • Ricardo Azevedo (20): Servette FC


  • Siyar Doldur (22): FC Sion


  • Marcel Vasil (21): FC Kosice


  • Aaron Keller (17): SpVgg Unterhaching


  • Lirik Vishi (20): FC Basel


  • Joël Ribeiro (19): SC Freiburg


  • Till Mühlethaler (18): SC Freiburg


  • Florent Shehu (19): Lazio Rom


  • Ruben Dantas Fernandes (18): FC Luzern


  • Ronaldo Dantas Fernandes (17): FC Luzern